Monatsspruch Januar 2020

 

„Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn“ (1. Kor. 1,9).

 

Der Apostel Paulus grüßt die Gemeindeglieder in Korinth zu Beginn seines ersten Schreibens an sie mit diesem Wort der Zuversicht und Ermutigung. Es ist ein  nachhaltiges und notwendiges Wort für jeden, der sich zu Beginn des neuen Jahres 2020 fragt, was es wohl an Neuigkeiten, Veränderungen und Unsicherheiten bringen wird. In einer Zeit von häufig wechselnden politischen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Umständen brauchen wir einen festen Halt und eine gute Grundlage, auf die in wechselvollen Zeiten Verlass ist. Unser Monatsspruch möchte dazu beitragen und Hilfe und Zuversicht vermitteln.

Der Trost und die Ermutigung,  die von diesem Bibelwort ausgehen, kann an drei Faktoren festgemacht werden.

Da ist zunächst die Treue Gottes, auf die sich der Apostel aus Erfahrung stützen kann. Dann hebt er die Gemeinschaft mit Jesus hervor, die er in seinem Leben als Christ ohne Unterbrechung erfahren hat. Und das Tröstliche an dieser Gemeinschaft ist, dass Jesus Christus, unser Herr, sie stiftet und gewährt.

Ein schöner Dreiklang, der uns das ganze Jahr über als Zusage und tröstliche Gewissheit begleiten kann.

Was mich an diesem Text aber besonders fasziniert, ist die Berufung in die Gemeinschaft des Sohnes Gottes.

Als meine Frau und ich nach 28-jährigem Dienst in und mit der Mission eine Pastorenstelle in Hamburg antraten, wurde uns der jetzige Monatsspruch als ermutigendes Wort mit auf den Weg gegeben. Was ist das Wichtigste in unserem Dienst und in unserem Leben? Die Gemeinschaft mit Jesus Christus. Das ist unsere wahre Berufung. Sie steht an erster Stelle. Nicht das Arbeiten und Schaffen in der Gemeinde und im Reich Gottes, nicht der oft mühevolle Umgang mit Menschen, denen wir auf verschiedenen Ebenen dienen dürfen. Nicht das Eifern um Gottes Sache in einer immer gottloser werdenden Welt.

Es geht darum, die Berufung in die Gemeinschaft des Sohnes Gottes als wichtigstes Geschenk der Gnade Gottes anzunehmen. Denn weil Gott treu ist, beruft er seine Kinder dazu, mit Jesus Gemeinschaft zu pflegen, mit ihm fortwährenden Umgang zu haben im Gebet und unter seinem Wort. Daraus erwachsen Hoffnung und Zuversicht.

Wer den Sinn solch einer Berufung erfasst hat, wird sich nicht nur in Schaffen und Mühen verlieren, sondern die Wichtigkeit der persönlichen Gebets- und Bibellesezeit erkennen und täglich praktizieren.

Das ist doch ein lohnender Vorsatz für 2020: Täglich die Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus praktizieren, sich nicht verlieren in den Geschäften des Alltags, Freiraum schaffen für das Gebet und die Bibellese, sei es persönlich, in der Ehe und Familie oder auch in der Gemeinde.

Weil Gott treu ist, möchte er uns in der Nähe seines Sohnes, unseres Herrn haben. Aus dieser Nähe erwächst uns Hoffnung, Zuversicht und neuer Lebensmut.

Die Gemeinschaft mit Jesus Christus ist gleichzeitig die Gemeinschaft mit Gottes Kindern. Gemeinschaft mit Gott gemeinsam erleben ist etwas Wundervolles. Gemeinschaft in der Anbetung, im Dienst, unter seinem Wort, im Mahl des Herrn. Die Liste lässt sich umfangreich ergänzen.

Mögen die Treue Gottes und die Gemeinschaft mit Jesus und untereinander uns das ganze neue Jahr hindurch bestimmen und begleiten.

Gott ist treu!

Es grüßt herzlich

 

Pastor i.R. Herbert Poganatz