Fortsetzung 

24. März 2018:

 

Der Samstag steht schon im Zeichen des Sonntags mit Vorbereitungen des Gottesdienstes. Inge muss „durch die Wohnung fegen“. Das wollen wir nicht nur dem Wind überlassen.

 

Manches ist vorgegeben, zum Beispiel, wenn man an den Strand kommt, muss man wählen: „Gehe ich linksrum oder rechtsrum“? Gerade aus, wie Jesus über den See wandelte, wagt sich keiner. Da draußen sind nur ein paar Fischerboote, und diese nur morgens, dann die Fähren hinüber nach Afrika und hin und wieder ein Kreuzfahrtschiff. Baden tut noch keiner.

 

Wenn der starke Wind von den Bergen herunterweht, von der Sierra Nevada“, dann nehmen die Wellen viel Sand vom Strand mit. Etwa 6 oder 8 m Strand fehlte in letzter Zeit. Wenn sich das Wetter wieder ändert und wir „auflandigen Wind“ haben, dann bringen die Wellen den Sand und anderes wieder. Ein besonderes Schauspiel, das sich langsam und unaufhaltsam abspielt.

 

 

25. März 2018:

Der Gottesdienst war gut besucht, jedenfalls sind 59 Personen schon recht viel, wenn man bedenkt, dass viele bereits abgereist sind oder erst noch vor Ostern anreisen werden. Manche kennen sich schon jahrelang, andere stoßen neu hinzu und lernen sich dann kennen.

 

Von dem Pastorenehepaar wird erwartet, dass es Gäste zu sich einlädt. Da bei entstehen oft sehr gute Gespräch, manchmal könnte man es sogar Seelsorge nennen. Jedenfalls kann jeder seinen Kropf leeren und seine Krankheitsgeschichten erzählen, vielleicht auch, wie einer zum Glauben an Jesus gekommen oder was er mit Jesus erlebt hat.

 

Manchmal finden auch Menschen zum ersten Mal wieder den Weg in eine Kirche. Die Gespräche bei der Montagswanderung sind so ein „Türöffner“. Andere wagen es in ihrem Urlaub, wo sie mehr oder weniger anonym sein können, den Gottesdienst oder die Bibelstunde zu besuchen. Dann tut es oft das Wort Gottes selbst, dass es einen Menschen anspricht, seine Ohren und sein Herz öffnet.

 

So sind auch Leute hier zum Glauben gekommen, die sich dann auch taufen ließen. Das hat man gern im nahen Mittelmeer gemacht. Es ist und bleibt spannend, was Gott noch in dieser Gemeinde vorbereitet hat.

 

Heute haben wir noch zusammen mit unserem Gastehepaar in einem Restaurant zu Mittag gegessen, anschließend bei uns in der Pastorenwohnung Kaffee getrunken. Wahrscheinlich sind sie Montag mit hoffentlich guten Eindrücken und zufrieden in ihre Gemeinde Calp gefahren.

 

26. März 2018:

Heute war die letzte Montags-Wanderung. Es ging landeinwärts nach El Solamillo. Treffpunkt war dort die Katholische Kirche. Der Mesner oder Küster oder Kirchendiener hat freundlicherweise aufgeschlossen. Wir haben nach einem Passionslied die Andacht gehört vom „Weihnachtslamm“. In der Biskuit-Backform für ein Osterlamm, nach alter deutscher Tradition, hat mir die Journalistin der Deutschen Welle ein Lamm an Weihnachten gebacken. Statt der Siegesfahne hat sie einen Tannenzweig hineingesteckt. Fertig war das Weihnachts-Lamm.

 

27. März 2018:

Heute ist Bibelstunde. Das Thema lautet: „Wenn Jesus kommt, ist Satans Macht gebrochen!“ Es ist ein heißes Eisen, das ich anpacken will. Aber so wie Gott eine reale Persönlichkeit ist, so ist es auch sein Gegenspieler.  

 

Bis hierher der interessante Bericht von Pfr. i.R. Volker Sailer. Wir danken als Gemeinde allen unseren Gastpastoren, die das Jahr über den Dienst in Roquetas engagiert tun und ähnliche Erfahrungen machen.