Das Gemeindehaus - Ruth Müller/ Kassel
Das Gemeindehaus - Ruth Müller/ Kassel

Kunst im Gemeinderaum

Den Gemeinderaum schmückt ein Gemälde der Künstlerin Ruth Müller aus Kassel. Über die Entstehungsgeschichte und die Aussage des Werkes schreibt sie:

 

Meine Gedanken zum Bild

Vor einiger Zeit entstand die Idee, ein Bild für den Saal der Deutschen Evangeliumsgemeinde in Roquetas de Mar zu machen. In dieses Haus kommen Menschen unterschiedlicher Prägung, Vergangenheit, Kultur und Sprache. Spontan viel mir ein Wort aus der Bibel ein: In einem großen Haus sind nicht allein goldene und silberne Gefäße, sondernauch hölzerne und irdene... 2.Tim. 2,20.

 

Es formte sich ein Bild in meinem Kopf, Räume entstanden, Gefäße, Farben und Menschen. Links oben im Bild sieht man, zum Beispiel, die irdenen Gefäße. Sie erinnern uns daran, dass Gott den Menschen aus Erde schuf (1. Mose 2,7.

 

Menschen, wie Gefäße, werden erst brauchbar durch Brennen, Schmelzen, Reinigen, Hämmern und Polieren. Auch ein flüchtiges Wahrnehmen von Gefäßen, ein kurzer Blick im Vorübergehen, gehört zu unserem Alltag. Wie leicht zerbrechen Gefäße, Scherben bleiben, Silber und Gold werden verbeult und zerkratzt. Der Glanz verschwindet, bei Menschen wie bei Gefäßen.

 

Alles ist vergänglich. Wer genau hinsieht, entdeckt das inzwischen wertlos gewordene Geld, die spanischen Peseten und deutsche Groschen. Ein Stück Vergangenheit, eingearbeitet in das Bild. Ein Geschehen unserer Zeit.

 

Wertvolles steht auf dem Sockel, man möchte das Schöne sichtbar machen. Bewusst habe ich die Gefäße leer gelassen. Es ist uns freigestellt womit wir sie füllen. Treppen verbinden Etagen, führen in die Höhe und in den Keller. Auf und ab, wie im richtigen Leben. Rechts im Bild stehen Menschen, noch zögernd, ob sie ins Haus gehen sollen oder nicht. Entscheidung ist gefragt.

 

Die Farben sind freundlich, mediteran. Farben von der Sonne verwöhnt und verblasst, ein Stück Roquetas eben. Über allen Räumen und Gefäßen das schützende Dach, wie die schützende Hand Gottes, unseres Vaters im Himmel.

 

Mir ist wichtig, dass jeder Betrachter noch eigene Gedanken entdecken kann und viel Raum für Fragen und Gespräche bleibt. Ich lade Sie herzlich ein, das Bild im Gemeindesaal, etwa bei den Gottesdiensten, auf sich wirken zu lassen. Gesprächspartner zum Gedankenaustausch werden Sie dort leicht finden.

 

Ruth Müller/ Kassel