Am vergangenen Sonntag, 4. Oktober 2020, ist

Werner Thomas

überraschend im Alter von 81 Jahren heimgegangen.

Thomas Schech hat als Missionsleiter der AM folgende Zeilen zum Gedenken an Werner Thomas verfasst.

Noch in der Woche zuvor hielt Werner eine wertvolle und viel beachtete Predigt in der Freien evangelischen Gemeinde Haiger-Steinbach. Werner starb plötzlich und unerwartet, regelrecht von einem Moment auf den anderen.

Werner Thomas wurde am 24.01.1939 als zweites der drei Kinder von Ernst und Ella Thomas in Fellerdilln geboren.

Weil der Vater am 31.01.1945 bei Breslau gefallen ist, musste die Witwe die drei Kinder allein aufziehen. Die Kinder erlebten eine schöne und bewahrte Kindheit. Im Hause wurde viel gesungen. Die Mutter prägte die Kinder mit Liebe zu Jesus Christus und dem Wort Gottes. Die Kinder wuchsen in der Kriegs- und Nachkriegszeit zwar arm auf, mussten jedoch nie Hunger leiden. Dass, trotz begrenzter Ressourcen, oft viele Gäste bewirtet wurden, machte das Haus zu einem frohen „christlichen“ Zentrum. Viele junge Menschen fanden hier zum Glauben an Jesus Christus.

Werner besuchte die Volksschule in Fellerdilln. Es folgte später die Berufsausbildung zum Technischen Zeichner bei Hailo in Haiger und Berufsschule in Dillenburg.

Als Kind besuchte Werner den Kindergottesdienst und Gottesdienste der Freien evangelischen Gemeinde in Fellerdilln. Dies geschah ohne Druck, mit großer Selbstverständlichkeit für die ganze Familie. Er las schon als Teenager gerne und regelmäßig in der Bibel. Dass Gott ihn liebte und Jesus, als Gottes Sohn für die Sünden der Menschen am Kreuz starb, gehörte auch fest in seinen Kinderglauben. Als junger Mann rang Werner über eine längere Phase mit der Frage um die Gewissheit des eigenen Heils. Er sagte sich: „Wenn es mir schon in diesem christlichen Umfeld so schwierig ist, Heilsgewissheit zu erlangen, wie viel schwieriger ist es erst für Menschen, die keinen haben, der ihnen die Botschaft von Jesus verkündigt.“ Das führte bei Werner zu dem intensiven Gebet: „Herr, schenke mir die Gewissheit der Vergebung und mache mich dann zu einem Werkzeug, anderen Wegweiser zu dir zu werden.“ – Daraus wuchs eine vertiefende Hinwendung zu Jesus Christus, die mit seiner Berufung in die Mission eng verwoben war.

Besonders ein seelsorgerliches Gespräch mit dem damaligen Pastor Erich Frank, veränderte sein Leben. Freude und Heilsgewissheit erfüllten ihn. Er meldete sich zur Taufe an und wurde Mitglied der FeG Fellerdilln.

Kurz danach begann seine Mitarbeit im Kindergottesdienst und bald auch in den Bibelstunden der Gemeinde. Er startete mit einer Jungschararbeit, die es bis dahin in der Gemeinde nicht gab.

Im Alter von 17 bis 25 Jahren nahm er mit seinen Jungscharlern jedes Jahr aktiv an einem Zeltlager teil. Mehrmals beteiligte er sich aktiv an Missionsfreizeiten, bei denen die Freizeitteilnehmer einen Chor bildeten, zur Evangelisation (meist Zeltmission) einluden und die Evangelisation mitgestalteten.

Schon vor und während der Ausbildung am Theologischen Seminar Ewersbach (1961 – 1965) wurde er vielen jungen Menschen Wegweiser zum Glauben.

Bei der Aussendungsfeier eines Missionsarztes in Wiedenest lernte er Edeltaud Kopytko kennen.

Die beiden wurden ein Paar und brachen nach Werners absolvierter Ausbildung am Theologischen Seminar im November 1965 mit dem Schiff in Richtung Brasilien auf.

Gott schenkte dem Paar vier Söhne, durch sie inzwischen 13 Enkel und zwei Urenkel. Die Großfamilie des Ehepaars wurde zu einer glücklichen Gemeinschaft mit 30 Mitgliedern.

Von 1965 bis 1991 waren Werner und Edeltraud als Missionare der Allianz-Mission in Brasilien tätig. Nach der Berufung durch den Missionsrat der AM wirkte Werner bis zu seinem Ruhestand, 01.02.2004, als Missionssekretär für Brasilien und Westeuropa.

Mit Werner verlieren wir einen wertvollen Bruder in unserer Bundesgemeinschaft und eine Person, die über viele Jahre die Geschicke der Allianz-Mission an verantwortlicher Stelle mitgeprägt hat. Auch im Ruhestand blieb Werner der Arbeit in Brasilien und der Allianz-Mission sehr verbunden.

Unsere Gebete sind mit seiner Frau Edeltraud und seinen vier Söhnen und deren Familien.

Gott hat Werner nun zu sich in die Ewigkeit berufen. Das ist unser Trost.

Jesus ist unser Herr und König, wir sind mit ihm verbunden sowohl im Leben als auch im Sterben.

Die Beerdigung findet am Freitag, den 23.10.2020 um 14:30 Uhr auf dem Friedhof in Herborn statt (Am Friedhof, 35745 Herborn).

Thomas Schech, Missionsleiter